mein Traum

In meiner Wohnung steht als Deko eine Rolleiflex SL66 mit allerlei Zubehör, mein verstorbener Mann hat sie vor genau 50 Jahren in Heidelberg gekauft. Sie war sowas wie sein Augapfel und nun will ich sie hergeben.Lange habe ich das nicht mal denken können. Seine geliebte Kamera. Sowas gibt man doch nicht ab! Aber jetzt ist es soweit. Sie sagt mir nichts mehr, es gibt damit keine Verbindung mehr zu ihm. Ich kann sie nun abgeben. Vorausgesetzt, jemand will sie ĂŒberhaupt haben.

Mein Wandersmann und ich reden derzeit oft ĂŒber Abschied, in allen Variationen, denn es ist Thema in unserem Leben. NEIN, nicht unser Abschied 😜 sondern der von der Ursprungsfamilie, vom Berufsleben, Abschiede des Lebens, die uns alle irgendwie begleiten.

Ich hatte dazu vor langer Zeit einen Traum. In dem Traum war ich jung und lebte noch bei meinen Eltern auf einer wunderschönen sonnigen Insel. Um die Insel herum gab es breite Holzstege, auf denen Busse fuhren, einen davon fuhr mein Vater (er war im echten Leben auch Busfahrer). Meine Mutter verkaufte irgendwas am Strand, sie war fröhlich und umgeben von vielen Menschen. Meine Schwester spielte mit anderen Kindern. Alle waren irgendwie gut gelaunt, die Wellen rauschten und es war wunderschön. Immer wieder landeten Außerirdische, die aber wie Menschen aussahen, und nahmen freiwillige Inselbewohner mit. Nur die, die sich entscheiden konnten mitzufliegen, sahen die Raumschiffe, fĂŒr die anderen waren sie unsichtbar. Es wurden kleine Leuchten aufgstellt, damit die Raumschiffe wussten, wo sie landen sollten. Und so sah auch ich ein Raumschiff, stieg ein und darinnen saß ein dunkel gelockter wunderhĂŒbscher interessanter junger Mann und wir flogen los. Er erzĂ€hlte mir begeistert von seinem Planeten und wie sehr es mir dort gefallen werde und dass man schon auf mich warte. Ich freute mich und fragte, wann wir denn wieder zurĂŒck fliegen wĂŒrden und er schaute mich völlig verdattert an. Nein, das gehe nicht mehr, einmal losgeflogen, könne man nicht mehr zurĂŒck.

Vor dieser Aufgabe stehe ich jetzt. 58 Jahre alt, Verbundmensch, von meiner Familie mit dichtem Wurzelwerk ausgestattet aber leider nicht mit FlĂŒgeln.

Das Leben ist nicht immer einfach. Wahrlich nicht. Aber der junge Mann, der war wirklich schön💙😎💛

 

3 Antworten zu “mein Traum

  1. Hat dies auf Überleben trotz Krebs rebloggt und kommentierte:

    Das ist derzeit mein Lebensthema, Raumschiffe. Wirklich jetzt. Also ich meine, natĂŒrlich nicht in echt, bin ich Prinzessin Lea oder was? 😜 Nein, es geht um Autonomie, Herr im Himmel ist das manchmal schwer. NĂ€chste Woche habe ich Psychoonkologiestunde, da wird es mal wieder Thema sein, die Autonomie. Wenn ich jetzt sagen wĂŒrde, es geht mir gut, wĂ€re es gelogen. WĂŒrde ich sagen, es geht mir schlecht, stimmt es auch nicht. Es geht mir schwer. Meine Familie hat uns Kinder mit dichtem festem Wurzelwerk ausgestattet, aber leider nicht mit FlĂŒgeln. Und daran knabber ich grad. Aber holla.

    GefÀllt mir

  2. Dein „Bild“ vom Wurzelwerk, mit dem du von deiner Ursprungsfamilie ausgestattest wurde, aber nicht mit FlĂŒgeln, hat mich sehr angesprochen!
    Liebe GrĂŒĂŸe
    Patentsocke

    GefÀllt mir

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